Gründungsverein Bergsolawi Surselva

Wir sind nun bereit die Bergsolawi ins Rollen zu bringen. Deshalb haben wir beschlossen in einem ersten Schritt mit dem ersten Betrieb (Sep und Barabara Candinas) einen Vertrag abzuschliessen. Als Verein wollen wir somit eine Vorstufe der Solawi initiieren, welcher später in eine Genossenschaft umgewandelt werden soll.

Sep und Barbara Candinas betreiben seit vielen Jahren ein Biohof in Sumvitg mit Mutterkühen, einer Hühnerbande und vielen Hochstammbäumen sowie einem Bed&Breakfast im Wohnhaus des Hofes. Die Liebe der Beiden an der Diversität zeigt sich besonders schön in Seps Leidenschaft, den Obstbäumen. Über 100 Hochstammbäume hat er gepflanzt, jeder Baum eine andere Sorte. Da er die Bäume nicht mit Pestiziden behandelt, weist ein Grossteil der Äpfel kosmetische Mängel auf, weshalb das Meiste zu Most verarbeitet wird. In der Solawi sehen wir die Chance, dass die Diversität dieser Äpfel mehr Wertschätzung erfahren wird. Manche Leser*innen aus dem Unterland werden sich an dieser Stelle fragen, weshalb wir ausgerechnet Äpfel aus der Surselva beziehen sollte. Wir glauben, dass auch eine Diversität von Betrieben einen grossen Wert für die Landschaft sowie für die Biodiversität der Surselva hat. Zudem sei an dieser Stelle gesagt, dass unter dem Kapitel Produkte darauf noch weiter eingegangen wird. 

Der Verein verpflichtet sich zur Abnahme des Ertrags einer zuvor abgemachten Menge an Obst-bäumen. Der Ertrag der Obstbäume besteht zu einem kleinen Teil aus Tafelobst, der grössere Teil ist Verarbeitungsobst. Die Art der Verarbeitung ist der Solawi überlassen. Bisher vorgesehen ist es, das Obst wie bisher zu mosten in der lokalen Mosterei. Weitere Verarbeitungsmöglichkeiten (z.B. Dörren) sind durchaus denkbar, benötigen aber die dafür passende Infrastruktur und Ressourcen.

Der Mitgliederbeitrag von 120 CHF für den Verein kann bei einer allfälligen Genossenschaftsgründung am Anteilsschein gutgeschrieben werden. Als Vereinsmitglied kann man ein Abo abschliessen. Der Preis pro Abo beläuft sich zurzeit auf 100CHF. Vorgesehen ist zum jetzigen Zeitpunkt eine Men-ge von 20 Liter Most und ca. 2 kg Tafelobst pro Abo. In den folgenden Jahren möchten wir einen Teil des Mostobstes direkt weiterverwerten. Wir streben eine Grösse von 50 bis 75 Abonnen-ten/Haushalten an.

Kosten

Auf den ersten Blick scheinen diese Kosten vielleicht sehr hoch wenn man sie in den Produktepreis von 20 Liter Most umrechnet. Es handelt sich aber hier um einen Betriebsbeitrag, welcher zu auch Kost und Logis beinhaltet. Der Preis ist auch damit gerechtfertigt, dass wir Sep und Barbara einen fairen Lohn (30.- / h) zahlen und auch die lokale kleine Mosterei unterstützen möchten, was normalerweise im Produktepreis beides nicht vorhanden ist. Wir versuchen nicht solidarische Landwirtschaft zu betreiben um die Kosten zu senken sondern um es besser zu machen. Die Verteilung ist auf dem Kuchendiagramm (ganz unten) ersichtlich. Da wir noch keine Erfahrungen haben wie hoch die tatsächlichen Kosten der einzelnen Bereiche sind, handelt es sich hierbei nur um Schätzungen. Wir gehen davon aus, dass wenn die Solawi einmal ins Rollen kommt der administrative Aufwand laufend abnehmen wird während die Einsätze besser und gezielter organisiert werden können. Wenn das Projekt wie geplant weiter wächst, werden wir verschiedene Synergien schaffen können (zum Beispiel geteilte Unterkunft für zwei Betriebe). Somit werden einige weitere Kosten weiter sinken.  

Mitarbeit

Ab nächstem Frühling werden wir ein auf der Homepage mehrtägige Arbeitseinsätze auf dem Hof von Sep und Barbara ausschreiben. Kosten und Logis dieser Einsätze werden wie zuvor erwähnt durch die Abokosten gedeckt. Die Arbeitseinsätze beinhalten die Pflege der Bäume im Frühling, die Ernte im Herbst, sowie weitere Grosseinsätze auf dem Hof von Sep und Barbara. Ebenfalls zu den Arbeitseinsätzen gehört die Verteilung der Ernte, andere koordinative Arbeiten sowie die weitere mögliche Verarbeitung. Wir würden gerne die Äpfel, welche sonst grösstenteils als Most verarbeitet werden weiterverwenden. Entweder als Tafelobst oder gedörrt oder als Apfelmuss. Für die Verarbeitung sind wir noch auf der suche nach der geeigneten Infrastruktur. Es gibt also praktisch und administrativ, drinnen und draussen, in der Surselva und im Unterland verschiedenste Möglichkeiten, aktiv am Projekt teilzunehmen. Mit den Arbeitseinsätzen sollen einerseits ein Teil der Arbeit von Sep und Barbara übernommen werden, sie sollen aber auch den Mitgliedern dienen einen Einblick und eine Auseinandersetzung mit nachhaltigem Apfelanbau bieten. Zudem steht auch die Gemeinsamkeit und Freude im Mittel-punkt und vor Allem die Einsätze auf dem Hof sind eine Chance, aus dem Alltag auszubrechen und frische Bergluft zu geniessen. 

Ziel der Bergsolawi ist es, eine grössere Produktepalette von mehreren Betrieben zu bilden. Das Most-Abo richtet sich also nur an Personen, welche sich vorstellen können, auch Teil der Genossenschaft zu werden. Als Mitglied erhältst du nicht nur den exklusivsten Apfelsaft sondern hilfst uns dabei, ein Pionierprojekt zur solidarischen Landwirtschaft als Zukunftsvision für die Berglandwirtschaft auf die Beine zu stellen.

Am 8. Dezember 2019 wurde der «Gründungsverein Bergsolawi Surselva» gegründet. Das Ziel des Vereins ist die Gründung einer Genossenschaft welche solidarische Landwirtschaft in der Surselva praktiziert. Wir, eine Kerngruppe bestehend aus 8 Mitgliedern, sind dabei, eine solche Genossenschaft aufzugleisen im Austausch mit verschiedenen Produzenten aus der Surselva. Bis die Solawi in eine Genossenschaft umgewandelt wird, werden wir uns als Verein formieren und so unsere Solawi starten. Als Vereinsmitglied wirst Du laufend von unseren Fortschritten informiert und erhältst die Möglichkeit, selber am Projekt mitzugestalten. Hier geht es zu unseren Statuten.

 

Mail: info@bergsolawi.ch

Post: Berg-Solawi Surselva, c/o Co werk 5, 8048 Zürich

Geld: CH33 0839 0037 0378 1000 3 (ABS)

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