Bergsolawi

Solidarische Landwirtschaft gibt es in verschiedensten Formen an verschiedensten Orten. Eine solidarische Landwirtschaft zwischen Stadt und mehreren Bergbetrieben ist aber gleich auf verschiedenen Stufen ein Pionierprojekt.

Wir sind überzeugt, dass wir die richtigen Personen und vor allem die richtigen Betriebe gefunden haben, damit dieses Pionierprojekt gelingt. Das macht die Bergsolawi zu etwas Besonderem:

  • Mehrere Höfe sind bei dem Projekt dabei. Einige Höfe möchten gewisse Betriebszweige in eine Solawi umwandeln, andere den ganzen Betrieb. Die Betriebe sind teilweise sehr unterschiedlich ausgerichtet, was für den Konsument*innen ein grosses Potential an vielfältigen Produkten bietet. Alle Betriebe bewirtschaften nach Bio-Richtlinien und setzen sich bereits jetzt auch über die Bio-Richtlinien hinaus für eine tiergerechte und naturnahe Landwirtschaft ein (seltene Rassen, extensive Bewirtschaftung, Trockensteinmauern etc.)

  • Tiere spielen auf den Betrieben eine zentrale Rolle. Tiere erfordern hohe Aufmerksamkeit, viel Wissen im Umgang und eine intensive und kontinuierliche Beziehung zwischen Tier und Mensch. Deshalb liegt die Hauptverantwortung sowie der Besitz der Tiere nach wie vor bei den Betriebsleitenden. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass die Mitglieder keinen Kontakt zu den Tieren haben.

  • Da Tiere eine Verbindlichkeit über eine längere Zeit erfordern und damit die Mitarbeit sinnvoll organisiert werden kann, verpflichtet man sich als Mitglied gleich für 3 Jahre. Zwischen dem urbanen Mittelland und der Surselva liegt eine grosse Distanz. Das beeinflusst die Ausgestaltung der Mitarbeit und Logistik. Die Mitarbeit wird so organisiert, dass Mitarbeitseinsätze in der Surselva an einem längeren Stück (1 bis 3 Wochen) absolviert werden. Die Einsätze werden auf einer Onlineplattform ausgeschrieben.

  • Für die Verteilung der Produkte ist ein Lager in der Surselva vorgesehen. Etwa 4 Mal im Jahr werden die Produkte an verschiedene Depots im urbanen Raum gebracht, wo sie abgeholt werden können.

  • Da Mitarbeitende über längere Zeit auf den Betrieben sind, werden sie in dieser Zeit auch Teil des Alltags der Bäuerinnen und Bauern. Damit dies reibungslos verläuft, braucht die Genossenschaft Mitglieder, welche Verantwortung übernehmen möchten und in Betriebsgruppen formiert als Brücke zwischen den Betriebsleitenden und den Mitgliedern dient. Als Mitglied einer Betriebsgruppe wird man zu einer Vertrauensperson der Betriebsleitenden, wird gründlich in den Betrieb eingeführt und kann danach selber Mitglieder anleiten.

  • Eine weitere Entlastung der Betriebe wird angestrebt, indem die Genossenschaft die Unterkunft und Verpflegung der Mitarbeitenden selbst organisiert. Vorgesehen ist, dass die Genossenschaft hierfür an einem zentralen Ort eine Wohnung/Haus mietet/kauft. Vorgesehen ist, dass die Immobilie auch neben den Arbeitseinsätzen der Genossenschaft zu Verfügung steht.

  • Das Bild von idyllischem Bergheuen mit einer Gruppe engagierten Menschen ist natürlich möglich, genauso aber raues Klima und steile Hänge. Je nach Mitarbeit im Feld kann die Arbeit auch streng oder gefährlich sein.Die Einsätze müssen also nach gesunder Selbsteinschätzung gewählt werden.

Produkte

Verschiedene Höfe (siehe Betriebe) sollen am Projekt beteiligt sein. Der Produktekorb wird sich zusammenstellen aus Most, Fleisch (Gitzi, Rind) und Käse (Ziegen, Kuh).  Die genaue Produktpalette wird sich aufgrund der Betriebe und der Machbarkeit von Transport und Lagerung noch genauer herauskristallisieren. Das Projekt und auch die verschiedenen Höfe bieten aber auch Raum und Fachwissen für die Herstellung vieler weiterer Produkte wie Leder, Wolle, Kräuter usw. Da für die mitarbeitenden Mitglieder*innen eine Unterkunft organisiert werden muss, ist es auch denkbar, diese Unterkunft in Zeiten in denen sie nicht für die Mitarbeitenden gebraucht wird, den Mitgliedern verfügbar zu machen.

Ziel ist es, eine Genossenschaft zu bilden mit verschiedenen Produzenten aus der Surselva und Konsumenten aus verschiedensten Teilen der Schweiz (Surselva, Chur, Zürich, Bern usw.). Um das Projekt zu starten und ins Rollen zu bringen haben wir den Gründungsverein Bergsolawi Surselva ins Leben gerufen.

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