Berg-Solawi: wozu?

Nus vulin ina producziun e consumaziun da victualias che fa senn.

Plädoyer

Für eine andere Berglandwirtschaft

Wir möchten das schwierige Land in den Bergen bewirtschaften. Aber so, dass auch morgen und übermorgen hier Geissen, Kühe und Schafe weiden können. Wir möchten gute Lebensmittel herstellen. Aber so, dass wir Boden, Tiere und Umwelt respektvoll behandeln. Wir möchten hier leben, im Berggebiet. Aber so, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder hier ein Zuhause finden werden.

Die Landwirtschaft im Berggebiet gerät unter Druck. Die Produktionsbedingungen sind schwierig: raues Klima, steile Hänge, viel Handarbeit, teure Maschinenkosten und hohe Arbeitsbelastung führen dazu, dass Bergbauernbetriebe menschlich und wirtschaftlich vermehrt unter Zugzwang gelangen. Zurzeit ist die Berglandwirtschaft stark von der Agrarpolitik abhängig.

Die Landwirtschaft im Berggebiet ist wertvoll. Gleichzeitig leisten Bergbäuerinnen und -bauern einen wertvollen Beitrag zu einer ressourcentechnisch sinnvollen Produktion von Käse und Fleisch – an Orten, wo kein Getreide oder Gemüse mehr wachsen würde. Mit ihrer Arbeit tragen sie zum Erhalt wertvoller Lebensräume im Berggebiet und einer hohen Biodiversität bei.

Wir möchten die marktwirtschaftlichen Zwänge und deren Auswirkungen auf uns Menschen, auf die Tiere und auf unsere Umwelt nicht länger tolerieren. Es ist uns ein Anliegen, dass sich in Sachen Produktion und Konsum etwas ändert – und zwar jetzt.

Darum möchten wir eine neue Form der Landwirtschaft im Berggebiet schaffen: eine solidarische Berglandwirtschaft in der Surselva.

Verbringst du gerne Zeit in den Bergen? Kannst du dir eine sporadische Mitarbeit auf einem Bergbauernhof in der Surselva vorstellen? Magst du guten Käse und ist es dir wichtig, nachhaltig produziertes Fleisch oder andere Lebensmittel direkt vom Hof zu beziehen? Möchtest du in direkten Bezug treten mit den Menschen, Tieren und Böden, wo Lebensmittel hergestellt werden? Bist du bereit, Verantwortung zu übernehmen und aktiv mitzudenken, wie eine solche «solidarische Berglandwirtschaft» gestaltet werden kann?

Falls dich diese Fragen interessieren, möchten wir dich gerne kennenlernen. Gelegenheit dazu ist am Wochenende des 1.-3. November 2019. Wir treffen uns in der Surselva im Kanton Graubünden, um verschiedene Bergbauernbetriebe kennenzulernen und einen gemeinsamen Arbeitseinsatz auf dem Hof zu leisten. Am zweiten Tag machen wir uns Gedanken darüber, wie wir uns organisieren wollen, um eine solidarische Berglandwirtschaft in der Surselva ins Leben zu rufen.

Wir, das sind sechs Bio-Bergbauernhöfe aus der Surselva zusammen mit ein paar engagierten Menschen aus dem Berggebiet und aus der Stadt. Wir möchten mit vereinten Kräften – gemeinsam mit euch - eine andere Landwirtschaft schaffen, welche den Bedürfnissen von Menschen, Tieren und Umwelt gerecht wird anstatt den marktwirtschaftlichen Zwängen zu gehorchen.

Über uns, persönlich.

Unsere Höfe kurz vorgestellt:
  • ein Biohof bei Obersaxen mit rhätischem Grauvieh, Schafen und viel Platz für den Anbau von Berggetreide oder das Anlegen neuer Gemüsegärten (Michael Alig)

  • ein Biohof in der Val Lumnezia mit behornten Mutterkühen, einem grossen Garten mit Kräutern und Gemüse und einem alten Schulhaus als Gästeunterkunft: Biohof Albin (Edith und Robert Albin)

  • ein Biohof in der Val Medel mit stolzen Geissen, Packgeissen, Mutterkühen und einer Jurte, in der Gäste schlafen können: Geissherz (Eveline Hauser und Dominik Waldmeier)

  • ein Biohof in einem kleinen Weiler in der Nähe von Vals, weit über dem Tal und fernab von allem; mit drei Kühen, ein paar Schafen und Geissen und vielen steilen Heuwiesen (Jonas Lei)

  • ein Biohof im Haupttal der Surselva mit Mutterkühen, Lamas, ein paar Geissen und einer Alp am Sonnenhang auf 1900 Metern über Meer, wo Menschen und Tiere den Alpsommer verbringen können: Alp Glivers (David und Nadia Deplazes)

  • ein Biohof am Südhang der Surselva, mit Mutterkühen, einer Hühnerbande und vielen Hochstammbäumen sowie einem Bed&Breakfast im Wohnhaus des Hofes (Sep und Barbara Candinas)

Unsere Mitmacher*innen kurz vorgestellt:
  • Amanda Deplazes ist in Surrein in der Surselva aufgewachsen, liebt die Berge und ist inspiriert von der Stadt, lebt heute in Zürich und Surrein.

  • Malgorzata Conder hat einige Monate auf Berghöfen und Alpen verbracht und kehrt nun für eine zeitlang in die Stadt (Basel)zurück.

  • Tabea Baumgartner ist in Brugg im Aargau aufgewachsen, hat in der Surselva eine zweite Heimat gefunden und lebt zurzeit in Curaglia.

  • Tex Tschurtschenthaler kommt aus der Stadt und lebt in der Stadt, Mitinitiant der Gemüsekooperative ortoloco und mitwirkend bei der Kooperationsstelle für solidarische Landwirtschaft.

  • ... und Du / Ihr ?


Mail: via Formular / Post: Berg-Solawi Surselva, c/o Center sursilvan d'agricultura, Via Lucmagn 31, 7180 Disentis/Mustér

Geld: IBAN CH41 8080 8001 8332 8568 9 , zugunsten von: Genossenschaft Amarenda, 7173 Surrein, VERMERK: Berg-Solawi